Freunde des Nahverkehrs Zwickau e.V.



Historischer Triebwagen 92 und Beiwagen 133

Der Typ Gotha war in der DDR weitverbreitet. Die Bezeichnung wurde abgeleitet vom Hersteller, dem VEB Waggonbau Gotha. Ab 1957 wurden in Gotha die ersten neuen Fahrzeuge der Typen ET57 und EB57 gefertig, nach dem die aus Werdau übernommene Produktion der Lowa ET50 / EB50 (in Gotha als ET54 / EB54 weitergebaut) eingestellt wurde. Zwickau erhielt sowohl Fahrzeuge der Typen ET57 / EB57 als auch der Nachfolgemodelle T59 / B59 sowie T2-62 / B2-62. Laut RGW-Beschluss musste die Produktion von Straßenbahnen in der DDR eingestellt werden. Hauptlieferant waren nun die CKD Tatra-Werke Prag in der Tschechoslowakei. Da jedoch nicht alle DDR-Betriebe Tatra-Wagen einsetzen konnten, wurden die Gotha-Wagen in Prag als Typ T2D / B2D einige Jahre weiterproduziert. Auch diese Fahrzeuge gelangten nach Zwickau.

In Zwickau fuhren die Gotha-Wagen bis zur offiziellen Außerdienststellung am 28. Oktober 1995, an dem der Einsatz der Fahrzeuge mit zwei 3-Wagen-Zügen ihren Abschluss fand. Anschließend wurden die Fahrzeuge verkauft, da es noch Interessenten dafür gab. So fahren sie noch heute bei der Kirnitzschtalbahn in Bad Schandau, in Jewpatoria auf der Halbinsel Krim (Ukraine) und in Arad in Rumänien. Zwei Triebwagen waren in Schöneiche bei Berlin, leider wurden sie inzwischen verschrottet. Nur der Verbleib der nach Prora auf Rügen ins dortige Technikmuseum gelieferten Fahrzeuge konnte nicht mehr geklärt werden.


Der Triebwagen 92 wurde 1960 im damaligen VEB Waggonbau Gotha als T59 gebaut. In Zwickau, als Nummer 957, ex 907, ex 125, ex 92 im Einsatz, wurde er nach der Außerdienststellung der Gotha-Wagen in der Werkstatt der Städtischen Verkehrsbetriebe Zwickau GmbH rekonstruiert. Der Beiwagen 133, Typ B59, ebenfalls 1960 in Gotha gebaut, fuhr als Nummer 980, ex 233, ex 133´´ in Zwickau. Auch er erhielt in der Werkstatt der SVZ eine Rekonstruktion. Beide Fahrzeuge sind als historischer Straßenbahnzug seit Juni 1997 für Sonderfahrten im Einsatz. Der Zug verkehrt mit den Nummern seiner Indienststellung, der Farbgebung der 1960er Jahre, jedoch im Betriebszustand der 1970er Jahre.